MESSERÜCKBLICK 2011
Europe Expo – ein weiterer Riesenerfolg
Die diesjährige Automotive Testing Expo Europe spiegelte die wiederbelebte Automobilindustrie wieder. Es war eine der überzeugendsten Veranstaltungen in der 13 jährigen Geschichte der Messe, was sowohl durch die Innovationen als auch durch die Besucherzahlen bestätigt wurde.

Viele Besucher der Veranstaltung auf der Messe Stuttgart in Deutschland berichteten, dass sie gekommen waren, um die neuesten Lösungen in den Bereichen Automobilantriebe, Haltbarkeit, Sicherheit, Dynamik- und Raffinierungstests zu sehen, und sie wurden nicht enttäuscht. Denn was Sie unter einem Dach vorgefunden hatten, waren Technologie und Expertise, um jedes Fahrzeug-Programm zu optimieren.
Das Hauptaugenmerk des modularen Testers liegt auf einer einfachen Handhabung
Die modulare Teststeuerung, die von Moog entwickelt und auf der Automotive Testing Expo Europe 2011 präsentiert wurde, .ist das Produkt von Kundenanregungen aus Material-, Automobil- und Luftfahrttestlaboren. Die Steuerung wurde entworfen, um einen effizienten Betrieb für eine Vielzahl von Testanwendungen zu bieten. Hierzu zählen u. a. Materialtests, Fahrzeugtests, Stoßdämpfertests, Einzelachsentestsysteme, Vibrations- und Leistungsauswertungstests.
Das Design macht die Steuerung von einer Bediener-Oberfläche möglich und ist leicht in Testmaschinen im Netzwerk integrierbar. Die Steuerung kann mit allen Sensoren gekoppelt werden, die im Allgemeinen zur Bewegung einer Einzelachse genutzt werden. Zur Steuerung gehören außerdem Steuerungsregelkreise für Kraft, Auslenkung und Beschleunigung mit stoßfreien Übergängen, und mit einer Technologie, die identisch mit den anderen Teststeuerungen aus dem Sortiment des Unternehmens ist.
Moog sagt, dass diese Technologie viele Vorteile hat. Zu diesen gehören u. a. Verlässlichkeit, Zugang zu allen Verbindungen desselben Schnittstellenpanels, und es ist außerdem zur Integrierung in Testmaschinen wie Lastrahmen geeignet. Auch ein Software-Entwicklungsset (SDK) ist zur Erstellung von individuellen Anwenderschnittstellen oder zur Verbindung mit bestehender Software steht zur Verfügung.
Ein Kompaktmodul für mobiles Messen
Ipetronik, der Spezialist mobiler Messtechnologien für Automobile, stellte das Sx-STG vor – ein schnelles, Acht-Kanal Analog-Messmodul mit Multi-Input, das Sensorspeisung bietet. Dieses Kompaktmodul wurde für mobile Messanwendungen entwickelt, die strenge Anforderungen im Bereich Zuverlässigkeit, Flexibilität und hohe Eingaberaten erfüllen müssen. Es unterstützt die Nutzerauswahl von einem von drei verschiedenen Signalen pro Messeingang: Spannung, ICP-Sensoren, und STG-Sensoren für Messungen auf 1/4-, 1/2- und Vollbrückenschaltungen.
Die acht Analogeingänge sind galvanisch isoliert, und decken Messbereiche mit 12 unipolaren und 12 bipolaren Spannungen von ±0,01 V bis ±50 V ab. Sie erreichen eine Auflösung von 16 Bits und halten Spannungen von bis zu ±100 V aus. Jeder Eingang hat seine eigene duale Sensoreinspeisung, die individuell auf bis zu ±15 V mit bis zu ±45 mA eingestellt werden kann. Ein Butterworth-Filter der achten Ordnung mit 4800 Hz, der als Hardwarefilter eingebaut wurde, kann ein- oder ausgeschaltet werden.
„Das Sx-STG kombiniert die Vorteile der Messmodule SIM-STG und Mx-SENS von Ipetronik in einem kleinen, robusten Gehäuse“, sagte Harry Störzer, Leiter Anwendungen und Support bei Ipetronik. „Es unterstützt die STG-Anwendungen – wie Vibration, Beschleunigungseinstufung, aber auch Datenerfassung von Straßenlasten (RLDA) – mit Abtastraten von bis zu 40 kHz, und es ist die ideale Lösung zum Testen von Fahrzeugkomponenten und Karosserien.“
Neue Technologie trifft auf neue Gesetzgebung
Aries Ingeniería y Sistemas, ein führendes Unternehmen für Automobil- und Testsystemlösungen, präsentierten ihre neuesten Lösungen und Leistungen auf der Messe. Die neuen Produkte des Unternehmens wurden so entworfen, dass sie den neuesten internationalen Richtlinien für aktive und passive Sicherheit entsprechen. Die Produkte umfassen den neuen Rückhaltevorrichtungsstoßkörper (FMVSS 226), das AVAT-Projekt (selbststeuerndes Fahrzeug für Tests und Forschung im Bereich Automobilsicherheit), und viele andere Verbesserungen in allen Subsystemen der Crashtest-Einrichtungen.
Außerdem präsentiert das Unternehmen im Bereich Vibration und Akustik ihr neues, laserbasiertes kontaktfreies Vibrometer – ein akkurates Werkzeug für Modalanalysen. Es kann auf vibrierende Objekte gerichtet werden, auf die schwer zuzugreifen sind, oder die zu klein oder zu heiß sind, um sie an einem physikalischen Umwandler anzuschließen. VELA misst außerdem die Vibration, ohne das Zielobjekt mit Masse zu belasten.
Entwicklung von Abgasemissionen
Die Ergebnisse von andauernder der fortwährenden Produktentwicklung im Bereich der Abgasemissionssysteme wurden auf der Messe von Horiba veröffentlicht, und zwar als MEXA-7000 Version 4, einer bedeutenden Aufrüstung für das Abgas-Analysesystem des Unternehmens.
Diese Systeme wurden entworfen, um das gesamte Sortiment an Anforderungen zur Probenentnahme für Messungen von Roh- und verdünntem Abgas, aber auch EGR- und Spurenmessungen, zu unterstützen. Sie bieten außerdem Funktionalität für simultane Messungen aller Hauptkomponenten sämtlicher Motorarten.
Der offensichtlichste Unterschied für die Besucher ist das neue Schrankdesign, das die Integration von zwei Probenahmeleitungen in einen 19-Zoll-Schrank erlaubt. Zwei Analyseeinheiten, basierend auf der Quantenkaskadenlaser-Technologie, werden in das MEXA-7000 Version 4 elektronisch, physikalisch und steuerungstechnisch eingebaut.
„Es gehörte schon immer zur Philosophie von Horiba, unseren Kunden genau zuzuhören und unsere Produkte weiter zu entwickeln“, sagte Axel Wendorff, Vizepräsident von Horiba Europe. „Dank dieser ständigen Innovationen, erreichen wir verbesserte Leistung und Modularität, die wichtig ist, um die Produkte optimal an die Kundenwünsche anzupassen, und auch, um als Gesamtlösungsanbieter zu agieren.“
Signalmessung mit einem Hochspannungspotential
Der wichtigste Fokus vieler Aussteller und Besucher auf der Messe 2011 lag dabei natürlich auf den Tests der Elektro- und Hybridantriebe. Um das Problem beim Messen von Hochspannung oder kleinen Signalen wie Zellenspannung für Antriebe zu lösen, hat Gantner Instruments die Module A123, A124 und A128 für seine Q.series-Produkte entwickelt.
Das Modul A123 bietet vier Spannungseingänge, Messbereiche von 100 mV, 1 V, 10 V, und eine Messrate von 10 kHz; das A124 hat vier Eingänge für Wärmefühler und bietet einen Messbereich von 100 Hz. Die A128-Module bieten zwei oder vier Spannungseingänge, und Messbereiche von 40 V, 120 V, 400 V oder 1200 V. Die Version mit zwei Eingängen hat eine Messrate von 100 kHZ, während die 4er-Version eine Rate von 50 kHz besitzt.
Vorstellung einer einzigartigen Klimatestkammer
Die Besucher der Messe konnten eine Weltpremiere erleben: Die erste Klimatestkammer, die mit einem integrierten Roboter-Messsystem entwickelt wurde. Die WK BM 1000 wurde von Weiss Umwelttechnik GmbH in Zusammenarbeit mit Battenberg Robotic GmbH & Co. KG entwickelt. Diese Kammer kann für funktionsabhängige Komponententests unter extremsten Klimabedingungen und auch mit schnellen Temperaturveränderungen bei Tests und in der Produktion genutzt werden.
Der Messroboter ist komplett in die Kammer integriert und liefert Messwerte über das Testexemplar in der Kammer. Der Roboter arbeitet automatisch mit den funktionellen Testelementen, während die heißesten und kältesten Klimata in der Testkammer simuliert werden. Hier ist der Roboterarm durch einen klimatisierten Ärmel so geschützt, dass seine betriebssichere Funktion gewährleistet wird. Die integrierte Messplattform erlaubt einen schnellen Wechsel von einzelnen Komponenten bis zu kompletten Cockpits und Mittelkonsolen.
Spezifische Sensoren, Greifarme oder Tastwerkzeuge werden zum Messen, Dokumentieren und zur Auswertung von Eigenschaften wie Kraft, Auslenkung, Drehmomente, Winkel, Abständen auf Oberflächen oder Farbgenauigkeit genutzt. Die Temperaturspanne in der Kammer reicht von -40 °C bis +85 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 5 bis 95 %. Die Kammer ist so für alle benötigten Klimazonen geeignet. Die Temperaturen können schrittweise um 5 K/min geändert werden, so dass die ganze Temperaturbreite in 30 Minuten abgedeckt werden kann. Die Kammer hat ein Volumen von ungefähr 1000 Liter, mit Außenmaßen von 2300 x 1600 x 2500 mm für die ganze Einheit.
Markteinführung eines Datenerfassungsmoduls
Eine allseits beliebte Technologie auf der Automotive Testing Expo ist die Datenerfassung. Eine interessante Entwicklung stellte dabei die Markteinführung eines neuen hochwertigen Datenerfassungsmoduls von Accurate Technologies (ATI) dar. Das Modul mit dem Namen EMX besitzt ein kleines, umweltfest abgedichtetes und robustes Design, das laut ATI die folgenden Vorzüge bietet: 40 KHZ-ADC-Abtastrate pro Kanal, fortschrittliche Anti-Aliasing- und DSP-Software-Filter für verlässliche und akkurate Daten, universelle Analogeingänge, eingebaute Stromversorgungsausgänge für Sensoren, und offene Architekturschnittstelle und –Protokolle.
Vereinfachte Akustikanalyse
Akustik- und Geräuschanalysen können mit dem neuen Einstiegssystem von Goepel Electronic, das auf der Messe vorgestellt wurde, einfacher und günstiger durchgeführt werden. Das System namens SoundChecker, beinhaltet alle Geräte, die für den Start einer Analyse benötigt werden, wie z. B. die Messdatensammeleinheit, in die Struktur eingebaute Geräuschsensoren oder Freiluftmikrofone, und Installationssoftware. Um den Prozess noch weiter zu vereinfachen, bietet das Unternehmen auch ein sofort einsatzbereites PC-System mit vorkonfigurierter Ausrüstung zur Trittschallmessung.
Module mit 300 A für Stromversorgungseinheiten
Die neueste Generation von Hochleistungsmodulen für Test- und Messstromversorgungseinheiten wurde von Hypertac als eine Ergänzung zu ihrem Sortiment der Module der L-Serie enthüllt. Diese Einheiten sind für Nennströme von bis zu 300 A ausgelegt und können durch das modulare Design mit nur einem Stecker mit anderen Signal-, Leistungs- und Koaxialkabelmodulen in der L-Serie kombiniert werden. Die Kabel werden durch einen Crimpanschluss fixiert und durch Kabelschuhe verbunden, was es Technikern erlaubt, durch die Nutzung von Standard-Crimpwerkzeugen feinen - und superfeinen Kupferdraht zu benutzen, während die Kontakte ohne spezielle Werkzeuge im Isolierkörper eingesteckt und herausgenommen werden können.